Ein schöner Sonntag, heiß, sonnig und ungewöhnlich für diesen Monat. Es war ein entspannter Tag… lang ausschlafen und etwas von den Strapazen der ganzen Woche erholen. Nicht im Geringsten hätte ich es für möglich gehalten, hätte mir jemand bereits beim Mittagessen erzählt dieser Tag würde eines der unvergesslichsten Tage meines Lebens werden. Doch dazu später mehr…

Nach dem Mittagessen brach ich ans Wasser auf. Mein Weg führte mich wie so oft an mein geliebtes Hausgewässer. Den unberechenbaren und schönen Silbersee bei Schabringen. Am Angelplatz angekommen traf ich bereits zwei meiner guten Angelkammeraden. Zielfisch: Karpfen.

„Ok“ dachte ich mir – einfach mal gemütlich machen mit den Kollegen und das schöne Wetter genießen. So packte ich meinen Rod Pod aus. Ein bereits etwas in die Jahre gekommenes Relikt des insolventen MisterFish in Lauingen. Zwei lange Black Widdow mit dicken Posen rundeten mein graziöses Bild eines ambitionierten Karpfenanglers ab.

Als Allrounder ist man ja meist auf jede etwaige Situation bestens vorbereitet und so waren auch diese sehr galanten Ruten bald scharf gestellt.

So kam es, dass wir einen schönen Nachmittag miteinander verbrachten und uns über Gott und die Welt unterhielten. Die Zeit verging recht schnell – kein Fisch. Es sollte uns einfach wie so oft nicht recht vergönnt sein. Also war es so langsam an der Zeit die Sachen zu packen und sich auf die nächste harte Woche vorzubereiten.

Ich – wie immer mit Polbrille (Sonnenbrille mit Sehstärke) bewaffnet – war gerade wieder am Abbauen, als plötzlich direkt vor meinen Füßen im ziemlich seichten Wasser eine Seeforelle vorbei schwamm.

Die Jagd auf diese hatte ich bereits nach einigen verzweifelten Angeltagen am Wasser eingestellt, da ich bereits schon einige verloren hatte.

Ich zögerte allerdings diesmal wesentlich weniger lange und lief zu meinem Auto, holte mir meine Spinnrute, die ich normalerweise für leichte Fischerei an der Egau einsetze, und begann sofort mit dem Spinnfischen in Ufernähe. So machte ich einige Würfe und begab mich somit immer weiter weg von meinem eigentlichen Angelplatz.

In einem kleinen Schilfgürtel passierte es dann schließlich. Ein kurzer gezielter Biss – den Fisch konnte ich vom Ufer aus trotz Polbrille gar nicht erkennen – und ein kräftiger Abzug erinnerte mich zuerst an einen Hecht um die 70cm.  Der Drill auf dem recht feinen Rütchen dauerte allerdings nicht lange und bereits nach 4 Sekunden war klar: Das muss eine Seeforelle sein. Und diesmal hing sie richtig.

Sofort rief ich nach einem meiner Kollegen, der schon mit meinem Kescher bereitstand. Ein kurzer Moment der kompletten Anspannung – ich konnte es gar nicht fassen!

Drin war er! YES! Mein Jubelschrei war vermutlich noch im entfernten Wittislingen zu hören.

Einfach nur genial. Das Gefühl dieses Triumphes kann ich bis jetzt kaum in Worte fassen. Dieser Moment, eine so selten vorkommende Fischart im eigenen Hausgewässer zu fangen, ist einfach unbeschreiblich.

Als sich der erste Sturm legte konnte ich es kaum abwarten. Maßband raus – 64 cm! Ein stolzes Maß. Nur wenige Fische mit dieser Größe konnten überhaupt bei uns gelandet werden.

Ich hatte noch nie eine so große Forelle gefangen und sofort probierte ich den allseits bekannten Schwanzwurzelgriff für einige unvergessliche Bilder.

 

Nun kann der Angelurlaub in Irland kommen und ich kann es kaum erwarten meinen ersten Lachs zu landen.

 

Euer Tobi


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